17.12.2025

„Adventsglühen“ belebt Angelmodde-West dank der Hubertusschützen

Erweitertes Angebot vor und im Pfarrzentrum St. Bernhard vor dem 1. Advent

Münster-Angelmodde (agh). Das Weihnachts-Café an St. Bernhard ist Geschichte, am Samstag stieg das erste „Adventsglühen“ im und vor dem Pfarrzentrum. Dahinter steckt mehr.

Hinzugestoßen zum einstigen Ausrichter, dem Ortsausschuss von St. Bernhard, sind die Hubertusschützen – und das gibt dem Glühen eine neue Dimension.

Eine Reihe großer Pagoden-Zelte verwehrt den Blick von außen, dahinter bietet sich viel Sitzplatz und Glühwein, vor der Eingangstür Bratwurst, Pilzpfanne. Den Betrieb schmeißen die Jungschützen, Hubert Meyer, ihr Vorsitzender, hat zentral den Einkauf übernommen und lauert, ob noch Glühwein nachzukaufen ist.

Wie das zustande kam, erzählen Meyer und Robin Sharples, 2. Vorsitzender und Jungschütze. Als etwas sehr klein empfand Meyer das vorjährige Weihnachts-Café, für das nächste Mal schienen die Zupackenden knapper zu werden. Für Meyer eine Chance, er will mit dem Verein das Pfarrzentrum verstärkt nutzen und letztlich bewahren. Die Jungschützen hatten ein Jahr zuvor schon erste Idee. Denn: In allen Ortsteilen sei etwas los – Angelmodde-Dorf, Gremmendorf, Wolbeck: nur in Angelmodde-West nicht. So meldeten sich schnell viele zum Mitmachen – die nötige Ausstattung haben sie ohnehin. In zweieinhalb Wochen war alles bereit. Trotzdem: Die Veranstaltung sei für sie „komplett neuartig“, so Sharples. Wir wollen „zeigen, dass noch Leben in Angelmodde ist“.

Auch die Waffelbäckerei im Pfarrzentrum ist mit einer aus dem Schützenverein besetzt, Heike Maron, einst Vereinsmeisterin, im größten Ansturm hatte sie noch eine Helferin. Gegen vier Uhr geht es schon allein mit zwei Waffeleisen. Für die Kaffeemaschinen muss einmal Meyer anrücken – die sind in die Jahre gekommen, die Gemeinde lasse sie nicht mehr warten, auch die Spülmaschine nicht. Einige Tische laden zum Gespräch, dahinter etwa sieben weitere mit Angeboten, die Martina Pahl aus dem Schützenvereins-Vorstand gewinnen konnte: Vom Imker, der auf Kerzen hat, über Selbstgestricktes für die Füße bis zum Stand der Bücherei.

Der Erlös geht hälftig an das “Gesunde Frühstück“ des Familienzentrums St. Bernhard und die Jungschützen. Glockenklang zieht einige aus dem Pfarrzentrum zum Gottesdienst. Einige kommen nachher, anderes aus dem Speiseplan zu bestellen.

An einem Tisch dreht sich ein Gespräch um die Zukunft vor allem der Liegenschaften von St. Bernhard – die Kirche will sie aufgeben. Vieler der Nutzer sind nicht zu sehen, aber nah: Da ist die Grundschule, von der aus regelmäßig Klassen in die Bücherei gehen, das gleiche Ziele haben wöchentlich junge Familien: Es sei „der“ Treffpunkt für sie. Oben im Saal probten bis vor kurzem die Theater-Frauen der kfd, bis sie der Unsicherheit halber aufgaben, hier probt auch der Spielmannszug. Was besonders den Eltern kleinerer Musiker sehr gefällt, der Sicherheit wegen. Die Grundschule nutzte das Pfarrzentrum gern als Ausweichraum.

Gegen 19 Uhr haben zwei kleine Jungs der Jungschützen die Kelle an der Pilzpfanne übernommen; in den Zelten und an den Stehtischen zieht es keinen nach Hause. Die Schützen haben mit dem Adventsglühen das Viertel belebt. Ein breiter Zuspruch sieht dennoch anders aus.