Wieder eine Chance, sich zu unterhalten – im Gallitzin-Haus der Heimatfreunde Angelmodde
Münster-Angelmodde (agh). Rupert Osterhaus stellt Brot, ein Messer und Aufstrich auf den Stehtisch im Gallitzin-Haus – bald darauf kommen die ersten zum Format „Dorftreff“ in Angelmodde-Dorf. Erst einmal nur Männer, bald haben sich in sich in Grüppchen an den Stehtischen zusammengefunden. Es geht um einen gesperrten Radweg am Vornholter Bach – ob man es nicht so einrichten könne, das Radler durchkommen? Und wie lange es bei der Baustelle bleibe? „Da kommt der Experte!“ meint der Mann aus Angelmodde-West, als Michael Klenner hereinkommt. Der war Bezirksbürgermeister und kennt die Strecken, die abseits von Autostraßen Richtung Innenstadt führen. „Ich guck’s mir an.“ Der Bach heiße übrigens „Mühlenbach“, habe Heinz-Georg Buddenbäumer gesagt.
Von einem unglaublichen Deepfake per KI berichtet einer, von der täuschenden Realitätsnähe. Mit einem KI-Tool habe jemand einen schönen Vortrag zum Frühlings-Anfang gestaltet, wirft einer ein. Anderes dreht sich um kommunalpolitische Entscheidungen, die man nicht verstehe, vom Hallenbad-Zugang bis zur Mittelverwendung der Parkhaus-Einnahmen.
Georg Mangels steuert gleich auf ein Foto aus der Ausstellung zum 1974 abgerissenen Angelmodder Bahnhof in der Ecke zu, zeigt auf Päcksken Buddenbäumer. „Da war die Welt noch in Ordnung“, meint er zu dem Bild mit lauter Männern. „– ein Bier in der Hand, alle mit Schlips.“ Bald kommen weitere, schon sind es drei Gruppen. Dann kommt Ursula Oelbracht als erste Frau, sie ist zum ersten Mal aus Angelmodde-West in Gallitzinhaus gekommen. Sie unterhält sich mit Christine Echelmeyer. Der Gang zum Dorftreff? „Nein, ich bereue es nicht.“ In ihrem Gespräch ging es unter anderem um die Belastung von Lehrkräften durch Inklusions-Maßnahmen. Der Tipp der ehemaligen Ärztin: „Man muss die Menschen auch anlächeln. Viele Querelen würden gar nicht entstehen.“ Die ersten gehen, andere kommen – insgesamt mehr als ein Dutzend ist es, das in immer neuer Zusammensetzung beisammensteht oder sitzt.
Langsam würden es mehr Gäste beim Dorftreff, meint Wolfgang Echelmeyer, die sich am letzten Dienstag eines Monats im Gallitzin-Haus einfinden, ab 18 Uhr. Er und Osterhaus haben das neue Format vorangetrieben. „Man muss den Menschen Gelegenheit geben, sich miteinander zu unterhalten.“ Eine Chance dazu bot früher die Gaststätte im Bahnhof. Da müsse man Ersatz schaffen.
Da kommt, es ist schon acht, auch Heinz-Georg Buddenbäumer herein. „Wer Spaß hat, kommt“, meint Michael Klenner.
