17.12.2025

CDU-Kandidaten für den Bundestag stellen sich in Wolbeck

Münster-Wolbeck -agh-. Die mittlerweile fünf Bewerber aus der CDU Münster für eine Kandidatur für den Deutschen Bundestag im Jahr 2012 stellten sich am Montag in Wolbeck im großen Saal des Gartenbauzentrums vor. Es war die dritte solche Veranstaltung, die zweite mit fünf Kandidaten, die letzte zwei Wochen vor der Entscheidung am 12.11.2012 in der Stadthalle Hiltrup.

Alle kommen mehrfach zu kräftigem Applaus, alle plädieren dafür, das „C“ stärker zu betonen, alle merken an, mit wem auf Bundesebene sie schon gesprochen haben, am weitesten oben Mario Colombo-Benkmann: mit der Bundeskanzlerin über Strompreise. Sein Plädoyer, nun seien die Energiekonzerne dran, nach ihren Profiten Kosten zu tragen, nicht länger die Verbraucher, findet keinen Applaus. Die „Energiewende bleibt Randthema, nur die Stromtrassen tauchen als Störfaktor für landwirtschaftlich genutzte Flächen auf. Hier in Münsters Südosten, landwirtschaftlich geprägt, sprechen alle für die Bauern. Die Landwirtschaft, so Dr. Hans-Ulrich Pedreick, sei „Garant für die Bewahrung der Schöpfung.

Sybille Benning tritt eher schüchtern auf – um dann zum Schluss zu punkten: sie, Ratsfrau für Roxel, hat erfolgreich Wahlkampf geführt.

Offene Seitenhiebe zu den anderen vier sind selten. Benning führt die deutlichste Attacke – sie müsse nicht erst auf die andere Seite des Schreibtisches wechseln, zielt sie auf den Verwaltungs-Beamten Janssen, und fange im Bundestag auch nicht bei Null an – hier ist das Ziel weniger deutlich.

Breitbeinig selbstbewusst, mit der Fähigkeit zum klaren Bild und kurzen Satz „Rote Karte für … präsentiert sich Janssen. Dr. Hans-Ulrich Pedreick zeigt Größe, als er sich in der Fragerunde sich kurzerhand seinen Vorrednern anschließt, allerdings einmal auch dann, als diese gar nicht eine Meinung vertreten haben.

Alle haben ihren roten Faden bei der Vorstellungsrunde „drauf“, sagen, wer sie sind, wofür sie stehen und mehr oder weniger deutlich, warum sie Münster am besten in Bundestag vertreten könnten. Weniger nah am Thema landen einige Antworten, als es gilt, Fragen aus dem Publikum zu beantworten, etwa die von Werner Stolz nach ihrem Konflikt- und ihrem Konsensthema im Bundestag, von Petra Hensel-Stolz nach ihrem Verständnis der CDU als „Münsters Mitte oder von Franz-Josef Ruwe aus Angelmodde nach angemessenem Verdienst für Handwerker.

Ein klares Profil, dafür bleiben zwei am besten in Erinnerung: Janssen, der von dessen Notwendigkeit als Mittel im Wahlkampf spricht und dies über die zwei Stunden durchhält – sein Ding ist die Familienpolitik, und zwar generationenübergreifend. Und Pedreick mit der Finanzpolitik: „Ohne Geld ist alles nichts.

Marc Würfel-Elberg, stellvertretender Vorsitzender der Ortsunion in Gremmendorf, zielt am deutlichsten auf die CDU als Kraft, die mehr in Dialog mit der Gesellschaft treten müsse: Präsenz zeigen auch in Milieus, die nicht unbedingt Wähler werden. Er könne „Gräben zuschütten, etwa nach dem Eklat um die arg verfrühte Kandidaten-Bekenntnis des Wahlkampf-Teams. Und er habe Menschen mit Migrations-Hintergrund in die CDU geholt – da seien viele mit einem Leistungs-Verständnis, am dem man sich ein Vorbild nehmen könne: Migranten mal nicht als Sozialfall und Fürsorge-Ziel. Minuten später, es geht um Respekt vor dem Rechtsstaat, teilt er deftig gegen die Grünen aus.

Professor Dr. Mario Colombo-Benkmann spricht präzise, logisch, durchgehend mit ernster Miene, zugleich – als Mediziner – nah am Menschen und dann überraschend bildlich mit dem Frühstücks-Ei im Krankenhaus, das ein Band sei zwischen Gesundheitspolitik und Landwirtschaft. Fast zweieinhalb Stunden sind vorbei, als die Moderatorin, Gabriele Comos-Aldejohann, die Versammlung schließt. Für knapp 70 Sitzplätze war gesorgt, kaum ein Stuhl blieb frei.

Über Karl Janssen: https://www.wn.de/muenster/karl-janssen-pendelt-zwischen-munster-und-duisburg-und-will-jetzt-nach-berlin-2032750