Chor-Konzert mit Chor lockt in die Kirche St. Nikolaus in Münster-Wolbeck / Kooperation mit KulturVorOrt Wolbeck
Münster-Wolbeck -agh-. Mit dem Choral-Titel als Programm „Es ist ein Ros entsprungen“ besuchte der junge Kammerchor „legato m“ die Kirche St. Nikolaus. Es war seine zweite Kooperation mit dem Verein KulturVorOrt Wolbeck.
Durch und durch dunkel ist das Kirchenschiff, nur hinter dem Altar leichten sechs große Kerzen. Kaum findet man zu den Plätzen. In die Stille drängt sich ein Instrument, ein Cello, dann Stimmen. Was sich hier langsam sich nähert, wie auf langer Reise, langsam an Volumen gewinnt, ist „Maria durch ein Dornwald ging“, mit der zarten Hoffnung, dem Spross, um den sich alles dreht. Dazu, zu Dornwald und Rose, hat Chorleiter und Komponist Phillip Gatzke die Lesarten von Bach und Brahms zusammengetragen, Hugo Distler hin zu Ola Gjeilo, eigenes hinzugefügt – zwei Stücke sind Uraufführungen. Es entsteht ein schlüssiges Konzept, eingerahmt von Klangstil, Illumination und verbindenden Improvisationen des international tätigen Cellisten Nicklas Erlenbach.
Platz ist in solchen vielfältigen Stücken für chorische Variationen von Soli am Altar zum Chor-Fragment unter der Orgel-Empore, den gezielten Einsatz von Frauen- oder Männerstimmen und auch für Tupfer wie das Betonen nur eines Wortes durch einen Sänger allein. Die Mittel erscheinen einfach, der Effekt sinnig und abgestimmt. Dahinter zu ahnen ist viel Arbeit am Detail. Die klangliche Geschlossenheit ist beeindruckend.
Still ist das Publikum, bis es seinen Applaus aufbranden lassen kann. Der eine oder andere Schein, der in die Spenden-Körbe wandert, tut es von einem „Vielen Dank!“ begleitet. Eberhard Hüppe lobt die Darbietung in höchsten Tönen, Martin Schöne, sein zweiter Vorsitzender, berichtet von „begeisterten“ Zuhörern. Man habe das Knistern der Spannung gespürt.
Der Bogen, weit gespannt oder durchkonstruiert, hielt und trug die Schwingungen von der einen zur anderen Seite. Nur nach dem eigentlichen Konzert, bei Zugaben und Wegfall des bis dahin kongenial tragenden Licht zu Unruhe und ersten Weggängen.
Hier eine Textfassung mit kürzeren Sätzen:
Sechs Kerzen brennen hinter dem Altar. Das Kirchenschiff liegt im Dunkel. Menschen tasten sich zu ihren Bänken. Dann setzt ein Cello ein. Stimmen folgen. So beginnt in St. Nikolaus ein Konzert, das Spannung aufbaut, bevor der erste Akkord voll klingt.
Der junge Kammerchor legato m gestaltet den Abend unter dem Titel „Es ist ein Ros entsprungen“. Es ist die zweite Zusammenarbeit mit dem Verein KulturVorOrt Wolbeck. Gleich zu Beginn schiebt sich „Maria durch ein Dornwald ging“ aus der Stille. Die Melodie wächst langsam. Hoffnung verdichtet sich Ton für Ton.
Chorleiter und Komponist Phillip Gatzke verbindet unterschiedliche Lesarten. Bach und Brahms treffen auf Hugo Distler und Ola Gjeilo. Zwei Werke stammen von Gatzke selbst. Beide erklingen hier erstmals. Das Programm folgt einer klaren Linie. Licht, Raum und Musik greifen ineinander. Cellist Nicklas Erlenbach, international tätig, spannt mit Improvisationen die Übergänge.
Der Chor nutzt den Raum. Solisten treten am Altar hervor. Stimmen antworten von der Orgelempore. Frauen- und Männergruppen wechseln sich ab. Ein einzelnes Wort steht plötzlich allein im Raum. Die Mittel bleiben schlicht. Die Wirkung sitzt. Präzise Arbeit am Detail trägt die klangliche Geschlossenheit.
Das Publikum bleibt still, bis der letzte Ton verklingt. Dann bricht Applaus los. Spenden wandern in die Körbe. „Vielen Dank“ murmelt es dabei mehrfach. Eberhard Hüppe lobt die Aufführung offen. Martin Schöne, zweiter Vorsitzender des Vereins, spricht von gespannter Aufmerksamkeit. Die Spannung habe man hören können.
Der musikalische Bogen hält. Er trägt von Anfang bis Ende. Erst nach dem offiziellen Schluss, bei Zugaben, verliert das Licht seine tragende Rolle. Unruhe entsteht. Erste Besucher gehen. Das Konzert selbst aber bleibt geschlossen und wirkt nach.
