18.04.2026

KunstMeile Südost 2024 – großer Andrang von Angelmodde bis Wolbeck

Münster-Südost (agh). Die Hitze war groß, der Andrang auf die Ausgabe 2024 der „Kunstmeile Südost“ kam vielerorts schon früh.

Das Unwetter des Vorabends ließ am Sonntag einen Ausstellungsort mit zwei Künstlern und einem der schönsten Blicke von Angelmodde „ins Wasser fallen“. Am Samstag jedoch verweilten viele lange auf der weitläufigen, mit Bildern gespickten Wiese bei Sigrid Blohm-Lahme am Angelkamp. Ob gleich vorn bei den Bildern von Daniel Morsey, die nicht nur farblich das sonst anders Gesehene reduzieren und in eine andere Perspektive rückten, ob um das Häuschen mit seinen Aquarell-Schätzen oder weiter hinter auf einer von mehreren rasengrünen Abstufungen auf dem Weg zu Angel. Etwa unter der Kastanie aus der Toskana, wo Liegen lockten.  Noch mehr in die Natur eingebunden, durch Schatten der Blätter auf den Werken, präsentierten sich Gemälde im Pfarrgarten. Lange verweilen konnte man öfters auch im Gespräch mit den Künstlerinnen und Künstlern. Man musste nur das Abschwellen eines Schubs an Herbeigeradelten abwarten. Schatten in der Hitze, ein Sitzplatz, das fand sich überall. Eine Gruppe brach am Samstag quasi als Eröffnungs-Fahrt, von Reinhard Kantner geführt, mit 21 Teilnehmern an der Kirche St. Agatha auf, zu insgesamt 17 Künstlern an acht Orten, Richtung Kunsthaus Angelmodde zunächst, dann zu „der malraum“. Da gab es in speziellem Ambiente u.a. Welten aus kleinen Häusern, ob arrangiert als Miniatur eines Dorfes oder fantasievoll imaginiert als Insel auf Felsen-Spitze, erreichbar nur über eine steile Leiter. Der „malraum“ war erreichbar über die frisch eröffnete Brücke.

Einige Gastkünstler hat die veranstaltende Künstler-Gruppe A.K.T. aufgenommen. Im Kunsthaus Angelmodde gesellte sich zu Monika Kordts vielfachen Portrait-Variationen eine ganz andere Welt, von Andrea Koopmann aus Münster, aus Objekten in drei Dimensionen: Tonfiguren von Menschen, hineingestellt in eine Szenerie aus zweidimensional hergestelltem Hintergrund, in der Texte Einblick in Sorgen und andere Gefühle erlauben. Durchaus ungewöhnlich, das faszinierte. Auch Kordt hatte viele Fragen zu ihrer Herangehensweise zu beantworten.

Vielfalt prägte auch die Exponate im Gallitzin-Haus. Gleich vier Künstler teilten sich die zwei Ebenen und die Terrasse. Gast-Künstler Manfred Holtkamps großes Objekt aus in organischer Form durchbrochenem Holz zog im Zentrum des Raumes die Blicke auf sich, ebenso seine kunsthandwerklichen Objekte. Wo die eine Künstlerin Farben und Formen aus sich herausströmen spürt, hat der andere ein interessantes Objekt von einer Schwebebahn aus gefunden. Ganz aus der Fantasie kommen Susanne Scheidles symbolgeladene Werke, die, ob in Öl oder mit Feder gezeichnet, am Sonntagmittag für manches Kompliment an die Gelsenkirchnerin sorgten. Auch die Künstler Joachim Buchmann und Peter Ismer kamen aus dem Gallitzin-Haus herüber. Stille und Schub wechselte auch am kühleren Sonntag. Das Altersspektrum sei breit gewesen, berichtete Scheidle.