12.05.2026

Starke Nachfrage für Hommage mit Liedern, Geschichten und persönlichen Erinnerungen

Münster-Wolbeck (agh). Er haucht in das Mikrofon, zurückhaltend in einfachen Akkorden spielt er die Gitarre – so kennt man Leonard Cohen. Am Freitagabend in der Christuskirche übernahm Lutz Debus diese Rolle in der Hommage mit Liedern, Geschichten und persönlichen Erinnerungen zu dem Menschen, den man zuallererst als poetischen Musiker kennt. Der er anfänglich nicht war – die Metamorphose des Poeten erläuterte Holger Jenrich.

Zusatzstühle für den Besucherrekord

Voll war die Christuskirche, der Vorstand von KulturVorOrt Wolbeck und sein Helfer-Team schleppten eilig weitere Stühle herbei – viele der Besucher hatten sich spontan entschieden. Es sei wohl ein Besucher-Rekord in der Zeit des seit Februar 2025 amtierenden Vorstands.

Zwei Leben, zwei Perspektiven: Biografie trifft Leidenschaft

Diesen Cohen verständlicher zu machen, das unternahmen Debus und Jenrich aus zwei Perspektiven. Jenrich fokussierte seine Biografie, eindrücklich besonders im für Cohen gewaltigen Schritt vom schreibenden Poeten zum Musiker auf der Bühne und im Hereinbrechen eines erneuten militärischen Angriffs auf Israel durch arabische Staaten. Debus dagegen erzählte aus seinem Erleben der Musik Cohens, zuerst als Jugendlicher und gemeinsam mit vielen anderen, alle in Cohens Bann gezogen. Das konnte anschließen an die ebenfalls Jahrzehnte andauernde Erfahrung viele Besucher mit Cohen – dessen Debüt-Album mit „Suzanne“ erschien 1967, sein letztes Album, You Want It Darker, 2016, in Cohens Todes-Jahr. 1934 war er in Montreal geboren worden.

Glaubensfragen, Freiheit und Frauenliebe: Der Mensch hinter der Poesie

Im Biografischen machten Debus und Jenrich Cohen in seiner Vielfalt verständlicher, als Jude und Buddhist, Musiker und Schriftsteller, introvertierter Frauenschwarm und intellektueller Poet, den Themen umtrieben wie Freiheit und Liebe, Tod und Religion, auch die Sexualität. Das half beim Verständnis der nicht leicht zu entschlüsselnden Poesie.

Ein Abend mit Tiefgang und Konzentration bei KulturVorOrt Wolbeck

So viel Biografisches hatten einige Besucher nicht erwartet, auch wenn es so angekündigt war. Es war ein origineller und gewinnbringender zweiseitiger Zugang zu Leonard Cohe. Das Publikum würdigte diese Leistung mit großer Konzentration.