13.06.2026

Literaturkurs führt „Antigone“ auf im Gymnasium Wolbeck

Tragödie des Sophokles fordert Schüler gleich mehrfach

Von Andreas Hasenkamp

Münster-Wolbeck. Erst bringen sich zwei Brüder gegenseitig um, in der Folge nimmt ihre Schwester sich das Leben – des Onkels Gesetz verlangte ihren Tod. Doch bei der vom Literaturkurs des elften Jahrgangs im Gymnasium Wolbeck aufgeführten Tragödie ging es um noch mehr: um den Widerstreit zwischen dem Gewissen des Einzelnen und dem Gesetz des Staates.

Vor den beiden Aufführungen am Freitag und Samstag war der Kurs bereits in Saerbeck aufgetreten, wo er mit dem Literaturkurs eines anderen Gymnasiums eine Kooperation begonnen hatte.
Angemessen karg und dunkel, mit hartem Spot-Licht setzte der Kurs die Sprecher in Szene. Zum guten Besuch der gelungenen Aufführung des Stücks von Sophokles beigetragen hatte ein Video-Trailer. Zur Wolbecker Premiere am Freitag mussten weitere Stühle her.

Fast alle Rollen waren doppelt besetzt. Es spielten neben Jarla Niewöhner und Lennart Sagrowske Nils Jatho, Marlene Vogt, Agnes Schwab, Dora Vieira, David Berning, Pascal Kathrein, Jonathan Hentrey, Klara Pohlmann, Simon Bäcker, Katharina Bock, Jule Müller, Verena Walter, Theresa Beer, Janine Böckmann, Hannah Kersting, Lasse Böckmann und Stefan Sessendrup.

Zum Bühnenbild von Julian Brosig, Alexander Kratz und Mathis Lehbrink gehörte ein eigens selbst gefertigtes großes Theben-Tor. Geholfen hatte den Schülern und dem regieführenden Lehrer, Burkhard Wahle, die Theaterpädagogin Anita Stenke aus München mit einem Workshop-Tag. Der Literaturkurs dankte dem Theater Münster, das Kostüme und Material beigesteuert hatte.

„Wir tun heute etwas Mutiges; wir spielen eine Tragödie“, sagte Wahle vor Beginn. Für die jungen Schauspieler war es gleich doppelt eine neuartige Erfahrung. Sonst wird im „Pädagogischen Zentrum“ auf der Bühne gespielt, diesmal im Zuschauerraum, auf wenig Raum, umgeben von Zuschauern: „Es fehlt der Rückzugsraum“, sagt Sagrowske, einer der Darsteller des Kreon.

Zudem war es ein ernster Stoff in einem fremdartigen Sprachstil. „Manchmal war es bei den Proben schwierig, ernst zu bleiben“, sagt Niewöhner, die am Samstag die Antigone spielte. Schon seltsam, wenn man den Mitschüler des Gymnasiums Wolbeck plötzlich als „Sohn“ anspricht. Mit der Anspannung fiel der Ernst dann leichter.

Internet: www.muenster.org/gw2/GymWol/

Andreas Hasenkamp

Journalist und Event- sowie Portraitfotograf in Münster