Projekte in Togo und Nepal vor dem Abschluss / Tests vor Ort
Münster-Wolbeck -anh-. Länder und Projektnamen der Aktivität des ÖWK Wolbeck sind dessen Mitgliedern und Interessierten vertraut, doch bei der Mitgliederversammlung am Montagabend war viel Neues zu hören. Um vier Mitglieder auf 207 ist der Verein gewachsen, der sich am Montagabend im Achatiushaus traf.
In Togo geht in der Ortschaft Amou Ende März ein Bildungs- und Begegnungszentrum für Landfrauen in Betrieb und in Nepal werden Kleinbauern im Umgang mit neu entstandenen Biogasanlagen und auch dem ökologischen Landbau geschult.
Biogas-Anlagen entstehen in Nepal auch mit anderen Trägern zu Tausenden, doch viele sind außer Betrieb. Hier wie auch bei Projekten der Entwicklungszusammenarbeit in Togo sehe man immer wieder das gleiche, so Tom Kirchner: Die Wartung werde vernachlässigt, es fehlten Techniker. Die Reparaturen bleiben aus.
Dagegen funktionieren die mit dem ÖWK im Distrikt Kavre entstandenen in weit höherer Zahl. „Unsere Anlagen laufen sehr gut“. Kircher bot tiefe Einblicke. Nötig sei jemand, der bei Bedarf ein Ventil warte, den Wasserabscheide instand setze – schon laufe die Produktion von Biogas aus Exkrementen wieder, der Holzschlag gehe zurück, die Luft in den Häusern werde besser. Die Biogasanlagen produzieren auch wertvollen Dünger. Viel zu tun sei bei der Landwirtschaft. So muss der verdichtete Boden gepflügt werden – einachsige Traktoren sollen dies bewirken und auch gleich eine Zugmaschine für den Transport der Ernte zu einem Markt liefern. Häufig wird ein Vielfaches des nötigen Pflanzenschutz-Mittels eingesetzt. Da gelte leider „viel hilft viel“. Viel hängt an den Kenntnissen, der Motivation und der Organisation, hat der ÖWK bei seinen Besuchen vor Ort beobachtet. So will man nun gezielt feststellen, welchen Unterschied eine Schulung macht. Und auf welchem Weg können die Geschulten ihr neues Wissen weitergeben? Auch eine App zur Diagnose von Pflanzen ist angedacht.
Fotos aus Nepal und Togo zeigten, wie die Menschen in die Bauarbeiten einbezogen sind. Bald brechen Vertreter des ÖWK dorthin auf. Das Begegnungszentrum sollen die Frauen selbst verwalten. Ein Ausbau ist angedacht.
Der siebenköpfige Vorstand sah sich einstimmig entlastet und für ein weiteres Jahr wiedergewählt, seine Finanzplanung 2026 angenommen. „der alte Vorstand ist der neue“, stellte der Vorsitzende fest, Christoph Roer. Es sei „ein sehr engagiertes Team“, so Roer, „es macht Spaß mit euch“. Bei den Kassenprüfern stößt Matthias Schmedding zu Ralf Kerstgens, als Ersatz für Michael Lasthaus.
Während das Gros des Geldes vom Bund kommt, liefern Aktionen wie z.B. das Benefiz-Konzert und private Spender immer wieder Spielräume. Die Pfand-Bons aus Supermärkten steuerten ca. 4000 Euro bei. Die Spenden würden projektgebunden genutzt, etwa für das Begegnungszentrum. Für 100 Euro kann man „Pate“ einer Biogas-Anlage werden. Neuer Kassenprüfer ist Matthias Schmedding. Der Mitgliedsbeitrag steigt 2027 um 5 auf 25 Euro pro Jahr. Zwischen Vorstand und Mitgliedern stand eine Holzfigur, wie sie derzeit an vielen Stellen in Wolbeck zu sehen ist. Die Figuren des Vereinsmitglieds Thomas Schulz sind Symbol der Würde jedes Menschen. Es gehe um mehr Gerechtigkeit und Würde in der Welt. So gehöre eine Figur zum ÖWK. Eine fliegt im März mit nach Togo.
