Münster-Angelmodde (agh). Von drei Orten in die geografische Mitte Angelmoddes wandern, mit Picknick und Texten zu Angelmodde, das war der Rahmen von „(Ge)dicht an Angelmodde“ am Sonntagnachmittag. Der sah sich ungewöhnlich und teils spontan ausgefüllt. 17 brachen von St. Agatha auf, zusammen mit Cornelia Kupferschmid und Carola v. Seckendorff von der künstlerischen Leitung des StadtEnsembles. Erstes Thema: Wie man denn gemeinsam auf Umwegen zur Mitte kommen könne? Direkt wäre der Weg kurz gewesen – zu kurz für die Texte. Erste Station war der alte Friedhof in Angelmodde-Dorf, dann schlängelte man sich weiter fort, mit einem Abstecher auf die Festwiese etwa – da spiele sich weniger ein Schützenfest ab, konnten die Schauspielerinnen lernen, sondern ein Dorffest für alle. Haikus und Erinnerungen
Rechterhand spaziert man weiter, die Werse zur Rechten, an der an die Fürstin Gallitzin erinnernden Eiche neben der Brücke am langen Schemm wird von Annette von Droste-Hülshoff vorgelesen. Verteilte Rollen beleben das Erzählen. Idylle in Haikus stand neben Erinnerungen das Ende des II. Weltkriegs und Opfer von Bomben und Tiefliegern. Etwas zögerlich seien die Einsendungen von Texten aus Angelmodde gewesen, so Carola v. Seckendorff, ein zweiter Aufruf brachte mehr. Einige Autoren spazierten mit. Ergänzt sah sich das breite Spektrum durch zwei Kapitel aus Otto Jägersbergs „Weihrauch und Pumpennickel“ aus den 60er Jahren.
Das Gallitzin-Denkmal mit seinem Kreis von Blöcken an die Familia Sacra erinnernd, ist als Ort der Denker und einer mit vielen Sitzgelegenheiten eine logische Station. Christian Berlin und Hermann Fischer inszenieren mit dem Publikum Heinrich Göttings „Ode an Angelmodde“ – der gleichnamige Sohn sitzt im Rund der Steine. Auch manch anderer Text hätte „Ode an Angelmodde“ betitelt sein können, ist eine Liebeserklärung an Fachwerk und Dorf, Weizenfelder im Sonnenschein. Einen Ausblick gab es auf die Ausstellung zum ehemaligen Bahnhof Angelmoddes, der auch ein Treffpunkt war.
Das Aufeinandertreffen beim Spaziergang geschah dann anders, aber wie bestellt an einem denkwürdig geeigneten Ort – am Denkmal zum 200. Todestag der Fürstin Gallitzin am ehemaligen Adelssitz der „Herren von Angelmodde“ und zur Veranschaulichung des von Oerschen Gemäldes mit der Darstellung des „Kreises von Münster“. Dort stießen zur größten Gruppe von St. Agatha die Schauspieler Hermann Fischer und Christian Berlin und ein wenig später die etwa zehn Wanderer, die von der Eichendorffschule Angelmodde gestartet waren, die ihren Namen hat von Joseph von Eichendorff, Lyriker und Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. So wuchs der Kreis auf knapp 30 Teilnehmer. An St. Bernhard hatte sich niemand eingefunden.
Carola von Seckendorff ist mit dem StadtEnsemble häufiger um Münster in dessen Vororten unterwegs. Die Variante mit Texten in Angelmodde ist neu, das Spaziergangs-Format sehr beliebt. Rahmen ist die Stadt.Land.Bühne, gefördert vom Kulturamt der Stadt Münster.
https://stadtlandbuehne.de/gehdicht-an-angelmodde-2025
Veranstaltungen mit Schauspielern des StadtEnsembles Münster:
mit Regine Andratschke
5.9 Kloster Gravenhorst https://www.da-kunsthaus.de/da-goes-on/
„Nacht der toten Dichter“ (Annette von Droste Hülshoff)
6.9 Burg Vischering.
https://burg-vischering.de/kulturprogramm/nacht-der-toten-dichter
„Nacht der toten Dichter“
(Annette von Droste Hülshoff)
13.9 Domplatz Münster https://www.wn.de/muenster/west-ostlicher-diwan-wird-verschoben-3379117
„Der westöstliche Divan“
(Annette von Droste Hülshoff)
mit Christian Berlin
Peng! Impro Festival 2025
03.-05.10.
Studiobühne und Kreativhaus Münster
www.peng-impro/festival
mit Cornelia Kupferschmid
MutterHabenSein
am 6. Oktober 2025 um 19 Uhr
in der Vinothek
Tickets Localticketing
mit Carola v. Seckendorff
Welche Droge passt zu mir? Eine Einführung
Am So, 28. September um 18 Uhr in der Bar „Bei Ute brennt noch Licht“
Am So, 19. Oktober um 18 Uhr
im Heidekrug Tickets: Localticketing
