Vogelschießen in Wolbeck 2013: Die Nikolai-Bruderschaft feierte ihr letztes Fest als eigenständige Organisation. Mit neuem Offizierscorps, Live-Band und der legendären Katergemeinde – eine Zeitenwende mit Tradition und Vorfreude auf die Fusion.
Das Vogelschießen Wolbeck 2013 wird in Erinnerung bleiben – nicht nur wegen der festlichen Atmosphäre und der neuen Offiziere, sondern auch weil die Nikolai-Bruderschaft ihr letztes unabhängiges Schützenfest feierte. Im September 2013 ging eine Ära zu Ende: Nach der Fusion mit der Achatius-Bruderschaft wird die Nikolai-Bruderschaft als eigenständige Organisation Geschichte. Der Gelagsabend in der Gaststätte Sültemeyer beschloss ein ereignisreiches Wochenende voller Tradition, Musik und lokalem Gemeinschaftsgeist. Für Wolbeck bedeutete das Vogelschießen Wolbeck 2013 mehr als nur ein Fest – es war eine Zeitenwende für eine der ältesten Bruderschaften des Stadtteils.
Neue Offiziere und letzte Traditions-Wahlen
Bei der Festveranstaltung am Sonntag wurden die Offiziere für 2013/2014 gewählt – das letzte Offizierscorps der Nikolai-Bruderschaft in ihrer bisherigen Form. Gerald Plenter übernahm als 1. Scheffer die Verantwortung, unterstützt von Ludwig Schwegmann als 2. Scheffer. Christian Markfort wurde zum Oberst, Christoph Kunze zum Hauptmann ernannt. Auch die Fähnriche der beiden Fahnen und die Förderer wurden bestimmt – jede Position ein wichtiger Teil des traditionellen Gefüges. Diese Wahlen waren symbolisch bedeutsam: Sie zeigten, dass trotz bevorstehender Fusion die Traditionen des Vogelschießens Wolbeck bewahrt bleiben würden. Die neuen Offiziere blickten auf eine Amtszeit voraus, die sie nicht mehr allein, sondern gemeinsam mit der Achatius-Bruderschaft gestalten sollten.
Das Fest: Live-Band, Blinder Coers und 25 Jahre Festwirt
Das Wochenende selbst war ein voller Erfolg. Am Samstag sorgte eine Live-Band im Festzelt für beste Stimmung beim Ball – ein Highlight, das bei den Besuchern großen Anklang fand. Am Sonntagabend, obwohl der Zeltbetrieb nicht sehr voll war, herrschte ausgezeichnete Atmosphäre. Getanzt wurde ausgiebig, und der traditionelle Blinde Coers – eine Geheimwahl, deren Ergebnis erst während des Fests verkündet wird – faszinierte wie jedes Jahr. Ein besonderes Highlight war die Ehrung von Detlef Paulus, dem Festwirt: Er feierte sein 25. Jubiläum als Festwirt der Nikolai-Bruderschaft und wurde mit Freibier für alle Gäste geehrt. Solche Momente zeigen, dass das Vogelschießen Wolbeck nicht nur Schießwettbewerbe und Wahlen bedeutet, sondern auch Anerkennung von Langzeitengagement und Zusammenhalt.
Die Katergemeinde: Tradition mit Augenzwinkern
Ein besonderer Part des Schützenfests ist die Katergemeinde – eine humorvolle Traditionsgruppe, die ihre eigenen Ämter und Rollen kreiert. Etwa 25 Mitglieder feierten ausgelassen mit eigenen Wahlen: Oscar Lass wurde Kater-König, Klaus Mindrup Oberst, und Holger Wemhoff 1. Scheffer dieser informellen Gemeinschaft. Die Katergemeinde wird auch nach der Fusion weitergehen – ein Signal, dass nicht alle Traditionen verschwinden werden. In diesem Jahr ehrte die Gruppe Sebastian Ringbeck als Ehrenkönig für seine Ausdauer beim Königsschießen und nahm zwei neue Mitglieder auf. Diese Mischung aus ernsthafter Tradition und karnvaleskem Humor macht das Vogelschießen Wolbeck zu einem einzigartigen Fest.
Ausblick: Fusion als Chance
Gerald Plenter, der neue 1. Scheffer, sah die Fusion mit der Achatius-Bruderschaft als gute Lösung an. Statt Wehmut dominierte die Freude auf das nächste gemeinsame Schützenfest. Das zeigt den pragmatischen Geist der Wolbecker: Traditionen ändern ihre Form, bleiben aber lebendig. Das Vogelschießen Wolbeck wird weitergehen – nur nicht mehr nur als Nikolai-Fest, sondern als gemeinsames Fest beider Bruderschaften. Für Wolbeck bleibt die Nikolai-Bruderschaft ein wichtiger Teil der Identität, auch wenn sie künftig unter neuem Dach feiert. Mehr Informationen über Vereine und Bruderschaften in Wolbeck finden Sie hier.
