13.06.2026

Münster-Angelmodde (agh). Wankelmütiges Wetter hat zu Christi Himmelfahrt das Vogelschießen des Bürgerschützen- und Heimatvereins Angelmodde von 1950 getroffen. Doch die Sonne kam.

Wetterkapriolen zum Auftakt

Des Regens am frühen Nachmittag wegen hat das Offizierscorps schnell noch den Boden des Festplatzes präpariert, berichtet Jörg Teupe, dann erst marschierte man zum alten König Tobias Bernzen, auf einem abgekürzten Weg. Die Jungschützen übertrafen den „imaginären Zeitplan“ Teupes sogar. Jona Schwienheer ist Jungschützenkönig. Die gewonnene Zeit sollte man noch brauchen.

Jungschützen und Kinder sorgen früh für Höhepunkte

Trocken und warm im Festzelt untergebracht waren Hüpfburg und das Kinderschießen, bei dem Konrad Malwitz gewann. Mitunter schleppend weiter war der Andrang der Altschützen. Dann kehrt die Sonne wieder, ein Ex-Oberbürgermeister freut sich über den Regenbogen.

Spannung am Schießstand bis zum entscheidenden Treffer

Die Altschützen pausieren weiterhin am Abzug, weder Sonne noch die Rufe einiger Jungs – „Schießen, schießen!“ – treiben sie vorwärts. Dann bewegt sich jemand aus der Verwandtschaft des Jungschützen-Königs gen Schießstand, sein Vater, Markus Schwienheer. Er hält einige Male drauf, auch Frank Sölken – „Kaiser, Kaiser“-Rufe erschallen. Julius Bensmann hat den Apfel heruntergeholt, stimmt jetzt ein Lied ums andere an, bestehend aus „Schalalalala“ und den Namen aller, die ihm vor die Augen kommen. Die Sonne setzt sich durch, zehn Schützen greifen je eine Stütze des Zelts über dem Schießstand, flugs ist der jetzt unnötige Tropfenfänger weg – die Freiheit sollten die Schützen bald brauchen. Der vorherige Regen hat das Schießen einige Gäste gekostet, aber nicht entscheidend. Und als die Entscheidung naht, sind recht viele Kinder rechts und links präsent, fixieren den Vogel.

Weil der Fortschritt am Holz unsichtbar ist, greift man zu anderen Mitteln. Woraufhin das Schießgewehr nach wenigen Schüssen versagt – es wird gefummelt und geölt, dann aufgegeben. Das vorherige Gewehr muss wieder ran. Schwienheer Senior, zwischendurch vom Sohn beraten, setzt einige Schüsse ohne Effekt – dann fällt er den Rest, um Punkt acht Uhr. Traditionell wird der erfolgreiche Schütze von den Schützen in die Luft gehoben. Da müssen sie diesmal etwas überlegen, weil er der mit Abstand Größte ist – aber beherzt packen sie an, auch der Sohn, und mit sichtbarer Mühe, aber begeistert, geht es zum Bierstand. Da wird jetzt eifrig gezapft, während Gratulanten Schwienheer umringen.

Gemeinschaft und Festfreude trotz Regenschauern in Angelmodde-Dorf

Timo Vannahme, 2. Geschäftsführer der befreundeten Hubertusschützen, ist ganz selig: Dass trotz des Regens so viele Gäste gekommen seien, dass hier Gemeinschaft, Offenheit und Miteinander so hoch im Kurs stehen. „Angelmodde steht zusammen“, betont er gegenüber Philipp Feldhaus, dem Geschäftsführer der Bürgerschützen. Einen zu großen Andrang von „Partyvolk“ habe es beim Feiern am Mittwochabend nicht wieder gegeben, alles sei friedlich gewesen. Man hatte Security-Kräfte vor Ort, auch für die Alterskontrolle. Man freue sich über Besucher, wenn es im Rahmen bleibt. Gern gesehen sei ein Bezug zu Angelmodde, zum Verein, zu den Leuten.

So geht das Schützenfest weiter

Nach dem klassischen Dämmerschoppen am Freitag wartet auf die Angelmodder am Samstagabend noch die Proklamation nach dem Schützen-Gottesdienst und dann die Feier im Zelt.

Andreas Hasenkamp

Journalist und Event- sowie Portraitfotograf in Münster